„Nie wieder ist jetzt“: Warum unsere Demokratie eine klare Haltung verlangt

„Nie wieder“ ist ein politischer Auftrag – auch und gerade auf kommunaler Ebene. Wer sich mit der Geschichte von Lauf und der Region beschäftigt, weiß, wie schnell Demokratie zerstört werden kann. Es begann mit Wahlen, mit dem Ausschalten politischer Gegner, mit Wegsehen und Mitmachen. Bereits Wochen nach der Reichstagswahl im März 1933 setzte die systematische Verfolgung ein. Diese Entwicklung geschah nicht „irgendwo“. Sie geschah hier: in unserem Rathaus, auf unserem Marktplatz, in unserer Nachbarschaft.

Begleitet wurde sie von permanenter Hetze, Lügen, Polarisierung und die Delegitimierung demokratischer Institutionen. Diese finden heute Parallelen in rechtsextremer Propaganda: manipulierte Videos, Fake News und Kampfbegriffe wie „Altparteien“ oder „Lügenpresse“ richten sich gezielt gegen Demokratie und Medien.

Gehen wir weiter zurück in der Stadtgeschichte so finden wir noch zahlreiche Beispiele wie Migration unsere Stadtgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung geprägt hat. Da war die Vertreibung der Sudetendeutschen 1946 direkt nach dem Ende des 2. Weltkrieg aus Tschechien. Tausende Bürger mussten binnen kürzester Zeit untergebracht werden, brauchten Unterkunft Lebensmittel, Kleidung und Arbeit. In den 60er Jahren wurden aufgrund des Wirtschaftswunders in Deutschland, auch in Lauf sehr rasch viele Arbeitskräfte in der Industrie benötigt. Aus diesem Grund wurden Arbeiter und Hilfskräfte aus Italien, der Türkei und Griechenland angeworben. Sie sind geblieben und wurden Bürger unserer Stadt. Sie haben unseren wirtschaftlichen Erfolg ermöglicht und damit auch unseren Wohlstand. Sie sind Teil unserer Stadtgesellschaft und prägen unser kulturelles und politische Leben. Ihnen gebührt unser Dank und unsere Wertschätzung.

Wenn heute eine Partei zur Kommunalwahl antritt, die Geschichte relativiert, demokratische Grundwerte infrage stellt, Menschen aufgrund von Herkunft oder Lebensweise ausgrenzt und autoritäre Lösungen propagiert, dürfen wir nicht wegsehen. Gerade auf kommunaler Ebene entscheidet sich, ob Demokratie wehrhaft bleibt oder wieder Schritt für Schritt preisgegeben wird. Wenn sich jetzt Menschen mutig einsetzen für unsere Demokratie, dann verbreitet das Hoffnung und Zuversicht. Die Initiative „laufeinanderzugehen“ ist ein solcher Hoffnungsträger und verdient unsere volle Unterstützung.

Wenn Sie am 8. März wählen gehen, machen Sie sich die Geschichte unserer Stadt bewusst und wie wertvoll unsere Demokratie ist. „Nie wieder“ ist keine Floskel. Es ist eine Entscheidung, die wir heute treffen müssen – an der Wahlurne, im Stadtrat und im Alltag. Gehen Sie bitte wählen. Und wählen Sie demokratisch.

Als Bürgermeisterkandidatin stehe ich für ein weltoffenes Lauf und für mehr Miteinander.. „Miteinander Lauf gestalten“. Das heißt mehr Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung, eine nachhaltige Wirtschaftsförderung die unsere Region stärkt und eine sichere und gute Versorgung aller Bürger mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum und mit einem Energie-und Wärmekonzept das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Auch das stärkt die Demokratie in einem lebenswerten und liebenswerten Lauf.

Unter erika-vogel.de finden Sie das vollständige Wahlprogramm.

Erika Vogel und die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen