Die Sommerferien sind lang – für Kinder ein Traum, für berufstätige Eltern oft ein organisatorischer Kraftakt. In Lauf gibt es ein buntes Ferienprogramm, das vom städtischen Jugendzentrum koordiniert wird. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen, der VHS, kirchlichen und kulturellen Einrichtungen wird ein breites Spektrum geboten – von Sport über Kreatives bis zu Ausflügen.
Das Programm verdient Anerkennung: Lokale Akteure investieren viel Zeit, Ideen und Engagement, um Kindern attraktive Ferienerlebnisse zu ermöglichen. Viele Veranstaltungen sind ehrenamtlich organisiert, die Vielfalt ist groß, die Anmeldung unkompliziert.
Aber: Für viele Familien – insbesondere wenn beide Eltern berufstätig sind oder alleinerziehend – ist das Angebot nur schwer nutzbar. Bei 1- bis 2-Stunden-Angeboten müssen Eltern oft ihre Arbeitszeit unterbrechen – Organisation, Fahrzeit, Abholen: der Aufwand ist groß. Verlässliche Halb- oder Ganztagsangebote, analog einer Hortstruktur und besonders für Grundschulkinder, fehlen weitgehend. So bleibt das Ferienprogramm trotz seines Werts vielfach ein „Tropfen auf den heißen Stein“.
Familienzeit ist wertvoll, aber Eltern brauchen Unterstützung, um Beruf, Betreuung und Erholung miteinander vereinbaren zu können. Dazu gehören nicht nur schöne Angebote, sondern auch verlässliche Strukturen. Laufer Elternumfragen belegen dies ebenso wie eine aktuelle Studie des Sozialverbands Deutschland: Über 70 % der Eltern in Deutschland bewerten das Ferienbetreuungsangebot vor Ort als unzureichend. Viele müssen einen Großteil ihres Urlaubs für Betreuung nutzen – oft reicht dieser nicht, um die Ferienzeit abzudecken.
Anspruch auf Ganztag
Mit dem ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder (in Bayern gemäß BayKiBiG) entsteht eine Verpflichtung für Kommunen – zunächst für Erstklässler, bis 2029 stufenweise für alle. Dies betrifft nicht nur die Schulzeit, sondern ausdrücklich auch Ferien. Hier müssen Angebote entstehen, die echte Betreuungssicherheit bieten, nicht nur punktuelle Freizeitaktionen. Wir von den Grünen setzen uns aktiv für familienfreundliche Konzepte ein.
Andere Städte reagieren bereits: Sie schaffen ergänzend zum saisonalen Ferienprogramm echte Ferienbetreuung in festen Gruppen – mit pädagogischer Begleitung, Mittagessen und Betreuungszeiten von z. B. 8 bis 16 Uhr. Klare Strukturen geben Familien verlässliche Planungssicherheit.
Fazit:
Das Laufer Ferienprogramm ist ein wertvoller Bestandteil des städtischen Lebens. Es zeigt, wie aktiv und engagiert viele Organisationen und Ehrenamtliche sind. Aber es reicht nicht aus, um die Betreuungsbedarfe berufstätiger Familien zu decken.
Die Stadt Lauf ist gefordert, ergänzend zum Freizeitprogramm eine etablierte, dezentrale Ferienbetreuung mit festen Zeiten zu entwickeln – auch, um dem neuen Rechtsanspruch gerecht zu werden. Wir werden dieses Angebot im Kinder- und Jugendausschuss weiter einfordern und einen baldigen Start begleiten, um diese Lücke für das kinderfreundliche Lauf zu schließen.
Wir wünschen allen – vor allem den Laufer Familien – noch eine erholsame Ferienzeit und einen guten Start ins neue Schuljahr!
Tatjana Mecklenburg und Benedikt Bisping für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen